Keine Diskussion zum Wohnungsmarkt kommt ohne den Satz „Wohnen ist die soziale Frage unserer Zeit“ aus. Der Wahlerfolg der Linken in Berlin ist ganz wesentlich das Ergebnis eines Wohnungsmarkts, auf dem viele keine für sie bezahlbaren Wohnungen finden. Die Lage ist in Hamburg kaum besser und die Antworten des Senats auf die Kleine Anfrage der CDU-Fraktion zu aktuellen Wohnungsbauzahlen offenbaren die anhaltenden Probleme rot-grüner Wohnungsbaupolitik: Die Zahl der fertiggestellten Wohnungen ist 2025 auf 5.976 gesunken. Auch beim öffentlich geförderten Mietwohnungsbau liegen die Zahlen deutlich unter dem Niveau von 2020 und sinken auf nur noch 1.953 im Jahr 2025. Gleichzeitig kann der Senat nicht beziffern, welche konkreten Erfolge seine Maßnahmen zur Beschleunigung des Wohnungsbaus bislang gebracht haben und beabsichtigt, die Wirkungen weiter zu beobachten. Eine überzeugende Trendwende ist damit nicht erkennbar und immer mehr Menschen verzweifeln auf dem Hamburger Wohnungsmarkt.
Gleichzeitig rückt das Ziel von 10.000 genehmigten Wohneinheiten pro Jahr in weite Ferne. Wurden 2022 noch 10.377 Wohnungen genehmigt, waren es 2025 lediglich 6.734. Der Senat will an der Zielzahl festhalten, kann aber nicht sagen, wann diese Zahl jemals wieder erreicht wird. Der Blick auf die Genehmigungszahlen gibt Anlass zur Sorge: da zwischen einer Baugenehmigung und der tatsächlichen Fertigstellung Zeit vergeht, deutet diese Entwicklung auf eine weitere Schwächung des Wohnungsbaus in den kommenden Jahren hin. Zudem sind in den letzten sechs Jahren fast 3.000 Baugenehmigungen erloschen – auch das ein Warnsignal für eine abnehmende Baubereitschaft bzw. die Unwirtschaftlichkeit mancher Bauvorhaben aufgrund hoher Baukosten. Auch bei Sozialwohnungen gibt es keine Aussicht auf Besserung. Schon den Bestand dauerhaft bei rund 80.000 Sozialwohnungen zu halten, bleibt erkennbar eine erhebliche Herausforderung.
Der Senat hat zwar in den vergangenen Jahren eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um mehr Wohnraum zu schaffen. Eine Wirkung lässt sich jedoch nicht erkennen: ob beispielsweise die Novellierung der Hamburgischen Bauordnung, die Digitalisierung der Genehmigungsverfahren, der Hamburg-Standard oder der sogenannte Bau-Turbo tatsächlich zu messbar schnelleren Verfahren, niedrigeren Baukosten und mehr fertiggestellten Wohnungen führen, lässt sich laut Antwort des Senats derzeit nicht abschließend bewerten. Nach vier Jahren Maßnahmenpaketen kann der Senat keine Wirkung setzt auf das Prinzip Hoffnung. Die Leidtragenden sind die Menschen, die eine bezahlbare Wohnung suchen, gerade junge Berufstätige, Senioren, Familien und Haushalte mit kleinen Einkommen. Ihnen allen ist nur mit mehr neuen Wohnungen geholfen.
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