Zur Antwort des Senats auf ihre Schriftliche Kleine Anfrage „Sanierung des Jenisch Hauses – Wie ist der aktuelle Stand?“ (Drs. 23/5365) erklärt die bezirkspolitische Sprecherin der CDU-Bürgerschaftsfraktion, Dr. Kaja Steffens: „Das Jenisch Haus hat für Altona und ganz Hamburg eine besondere Bedeutung. Deshalb ist es gut, dass die Planungen für die Sanierung und Modernisierung vorankommen. Die Antwort des Senats zeigt aber auch, dass zentrale Fragen zu den endgültigen Kosten und zur Finanzierung weiterhin offen sind. Hier brauchen wir Klarheit, bevor die eigentlichen Baumaßnahmen beginnen.“

Das Projekt befindet sich aktuell in der Leistungsphase 3. Deren Abschluss ist nach Angaben des Senats bis Ende 2026 vorgesehen. Die Schließung des Jenisch Hauses ist ebenfalls ab Ende 2026 geplant. Intensive Abstimmungen mit dem Denkmalschutz waren insbesondere zur Barrierefreiheit und zur Heizung erforderlich. Für die barrierefreie Erschließung des Gebäudes von außen wurden aufgrund der damit verbundenen Eingriffe in die Parkanlage verschiedene Varianten geprüft. Die geplante Sanierung umfasst unter anderem barrierefreie Zugänge zu allen Geschossen und Publikumsbereichen, die Sanierung von Dach, Altan, Geländern, Fassade und Fenstern sowie die Ertüchtigung der Sicherungs-, Belüftungs-, Elektro- und IT-Anlagen. Auch die Sanitäranlagen, die Beleuchtung und die Oberflächen sollen erneuert beziehungsweise überarbeitet werden. Das historische Parkett im Erdgeschoss soll geschützt, vorhandene historische Wandbekleidungen und Wandgestaltungen sollen restauriert werden.

Ein wesentliches Ziel ist die barrierefreie Erschließung des Museums. Innerhalb des Gebäudes ist dafür ein Aufzug über alle Geschosse geplant. Da der historische Haupteingang nach Angaben des Senats nicht angemessen barrierefrei umgebaut werden kann, wird derzeit ein Zugang für alle an der westlichen Fassade geprüft. Zudem ist ein barrierefreies WC vorgesehen. Dr. Steffens: „Das Jenisch Haus muss nach der Sanierung für alle Menschen gut zugänglich sein. Gleichzeitig sind der besondere Denkmalwert des Gebäudes und des Jenischparks zu berücksichtigen. Deshalb muss eine tragfähige Lösung gefunden werden, die Barrierefreiheit und Denkmalschutz miteinander verbindet.“

Auch der weitere Zeitplan ist inzwischen konkreter. Die Genehmigungsplanung soll im Juni 2027 abgeschlossen werden, die Ausführungsplanung bis Ende Dezember 2027. Die Ausschreibung ist bis März 2028 vorgesehen. Die Bauausführung soll Anfang 2028 beginnen und bis August 2029 abgeschlossen sein. Der Abschluss des Wiedereinzugs und die Neueröffnung des Museums sind für Dezember 2029 vorgesehen.

Bei den Kosten und der Finanzierung sind dagegen wesentliche Fragen noch nicht abschließend beantwortet. Für das Haushaltsjahr 2026 stehen konsumtive Verpflichtungsermächtigungen in Höhe von 15,2 Millionen Euro zur Anpassung des Mietverhältnisses zur Verfügung. Damit können nach aktuellem Planungsstand Gesamtprojektkosten von rund 9,5 Millionen Euro über die Miete abgebildet werden. Darüber hinaus stehen investive Ermächtigungen für die Haushaltsjahre 2027 bis 2029 in Höhe von insgesamt 6 Millionen Euro zur Verfügung. Eine Kostenberechnung nach Leistungsphase 3 liegt nach Angaben des Senats allerdings noch nicht vor. Deshalb ist derzeit auch noch keine Aussage zu einer konkreten Unterfinanzierung oder zu möglichen Anpassungen der Projektausführung möglich. Die entsprechenden Prüfungen dauern an. Dr. Steffens: „Genau hier brauchen wir Transparenz. Solange die Kostenberechnung noch nicht vorliegt, wissen wir nicht abschließend, ob der vorgesehene Sanierungsumfang mit den verfügbaren Mitteln finanziert werden kann. Sobald belastbare Zahlen vorliegen, muss der Senat transparent darlegen, welcher Sanierungsumfang finanziert ist und ob weiterer Finanzierungsbedarf besteht.“

Hintergrund ist, dass die ursprünglich in Aussicht gestellten Bundesmittel in Höhe von 8 Millionen Euro zurückgezogen wurden, weil gemäß der Drs. 23/4184 die Antragsunterlagen als nicht ausreichend bewertet worden seien. Der Senat beabsichtigt nun, Förderungen beim Bund erneut zu beantragen – aus dem Sonderprogramm des Denkmalschutzes sowie aus dem Bundesförderprogramm „Investitionen in national bedeutsame Kultureinrichtungen in Deutschland“. Eine Rückmeldung zu diesen Förderungen wird nach Angaben des Senats erst Anfang beziehungsweise Mitte 2027 erwartet. Dr. Steffens abschließend: „Das Jenisch Haus ist ein bedeutendes kulturelles Erbe im Hamburger Westen. Die Sanierung muss sorgfältig geplant, solide finanziert und verlässlich umgesetzt werden. Der Senat hat jetzt einen konkreteren Zeitplan vorgelegt. Bei den Kosten und der Finanzierung fehlt diese Klarheit noch. Unser Ziel muss sein, das Jenisch Haus denkmalgerecht und für alle Menschen gut zugänglich für die Zukunft zu sichern. Dafür braucht es eine belastbare Finanzierung und einen verlässlichen Zeitplan.“

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