Die Sanierung der Elbchaussee ist eines der größten Infrastrukturprojekte im Hamburger Westen – und seit Jahren eine enorme Belastung für Anwohnerinnen und Anwohner, Pendler sowie ansässige Betriebe. Eine Schriftliche Kleine Anfrage zum dritten Bauabschnitt von Anke Frieling sollte Klarheit schaffen: Wie ist der Stand der Planungen? Wie lange dauern die Arbeiten noch? Und wie transparent informiert der Senat die Öffentlichkeit? Die Antwort des Senats fällt ernüchternd aus. 

Teilbereich Ost- aktuelle Baustelle (Betty-Levi-Passage – Hohenzollernring)
Der Senat spricht weiterhin von einer „planmäßigen Umsetzung“. Tatsächlich wird der Bau erneut verlängert: Die Fertigstellung ist nun erst für den Spätsommer 2026 vorgesehen. Damit verschiebt sich der Zeitplan zum wiederholten Mal. Was ursprünglich als auf wenige Sommerwochen begrenzte Vollsperrung angekündigt war, ist inzwischen zu einer faktisch über einjährigen Vollsperrung geworden – mit immer neuen Korrekturen nach hinten.

Teilbereich West (Hohenzollernring – Parkstraße)
Für den nächsten Bauabschnitt bleibt vieles offen. Zwar erklärt der Senat, die Planung befinde sich in der „finalen Abstimmung“, doch belastbare Aussagen zu Bauablauf, Verkehr, Parkraum oder den konkreten Auswirkungen auf Anwohnerinnen, Anwohner und Betriebe fehlen. Besonders kritisch: Der Abschnitt Liebermannstraße bis Hohenzollernring soll erst in der zweiten Jahreshälfte 2026 im Mobilitätsausschuss vorgestellt werden. Ein frühzeitiger Austausch mit den Betroffenen vor Abschluss der Planung ist offenbar nicht vorgesehen.

Transparenz und Kommunikation
Statt aktueller, verbindlicher Informationen verweist der Senat auf eine Öffentlichkeitskampagne aus dem Jahr 2018 und auf einen Newsletter, der seit Monaten nicht mehr versendet wurde. Zwar wird eine umfassende Kommunikationsstrategie beschrieben – konkrete Termine, Inhalte oder Formate für den kommenden Bauabschnitt werden jedoch nicht genannt. Information soll erst erfolgen, wenn die Planungen abgeschlossen sind.


Der Senat erklärt Verzögerungen zur Normalität und lobt seine eigene Informationspolitik. Für die Menschen und Betriebe entlang der Elbchaussee sowie für die Pendlerinnen und Pendler bedeutet das weiterhin Unsicherheit, fehlende Planungsperspektiven und eine Belastung, die sich Jahr für Jahr verlängert. Was hier als planmäßig verkauft wird, ist ein fortlaufendes Scheitern von Planungen.

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