Zunächst sollte der zweite Bauabschnitt der Elbchaussee nur für einige Monate voll gesperrt werden – inzwischen ist daraus mindestens ein Jahr geworden. Der Senat geht von einer Freigabe frühestens im Juli 2026 aus. Auf eine Anfrage von Anke Frieling erklärte die zuständige Behörde, dass außer dem Endtermin keine Angaben zu Zwischenschritten oder differenzierten Bauphasen möglich seien.
Pendlerinnen und Pendler, Anwohnerinnen und Anwohner sowie die Gewerbetreibenden vor Ort bleiben damit mindestens bis zum Sommer erheblichen Belastungen ausgesetzt. Parallel belasten weitere Großbaustellen den Hamburger Westen, darunter der Ausbau der A7 sowie die erneut verlängerte Sperrung des Lessingtunnels. Mehrere zentrale Verkehrsachsen sind gleichzeitig eingeschränkt, ohne dass eine übergeordnete Koordination erkennbar wäre.
Wie angespannt die Lage vor Ort ist, zeigen unter anderem die Unfallzahlen: Allein zwischen Juni und September 2025 wurden auf den Ausweichrouten Bernadottestraße und Holländische Reihe 33 Verkehrsunfälle registriert, fünf Menschen wurden leicht verletzt.
Dr. Anke Frieling erklärt: „Anjes Tjarks hat immer wieder betont, dass mittels `InfraCrew´ eine enge Koordinierung aller Beteiligten gewährleistet sei. Auch jetzt zeigt sich wieder, dass Beteiligte nachträglich Änderungen vornehmen mussten – von funktionierender Koordination kann also keine Rede sein. Auch wurde immer wieder gesagt, dass eine Vollsperrung zur Beschleunigung von Baumaßnahmen führe. Hier liegt seit Monaten eine Vollsperrung vor, und dennoch verdoppelt sich die Bauzeit. Wer mehrere Großbaustellen gleichzeitig zulässt, muss verlässlich planen und kommunizieren sowie die Auswirkungen aktiv steuern – das ist bislang ausgeblieben!“
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