Diesen Monat hatte Andreas Grutzeck die Gelegenheit zu einem offenen und sehr eindrücklichen Gespräch mit Stefan Wiedemeyer von der Bürgerinitiative St Georg. Wer sich ehrlich mit den Menschen vor Ort austauscht, kann nicht übersehen, was sich seit Monaten – ja Jahren – zuspitzt: Die Drogen- und Suchtproblematik in St Georg nimmt weiter zu. Die Belastung für Anwohner, Gewerbetreibende und Hilfseinrichtungen wächst spürbar.
Was fehlt, ist nicht das Geld. Was fehlt, ist der Wille des Hamburger Senats hinzuschauen, ehrlich zu analysieren und Verantwortung zu übernehmen. Mittel werden verteilt, Projekte angeschoben – doch ohne ausreichende Kontrolle der tatsächlichen Wirkung vor Ort. Genau das kritisieren viele Engagierte im Stadtteil seit Langem. Es gibt inzwischen schon zahlreiche SKAs und Gespräche zu diesem Thema, doch echte Konsequenzen bleiben aus. Man gewinnt den Eindruck: Man verwaltet das Problem, statt es zu lösen.
Besonders alarmierend ist die zunehmende Verbreitung von Crack. Diese Droge wirkt als zentraler Treiber der Eskalation im öffentlichen Raum. Anders als bei anderen Suchterkrankungen gibt es hier kein Substitut, keinen einfachen therapeutischen Hebel. Umso unverständlicher ist es, dass der Senat bislang keinen überzeugenden Lösungsansatz vorgelegt hat, der über Ankündigungen hinausgeht.
Ohne belastbare Zahlen, ohne eine ehrliche Bestandsaufnahme und ohne klare Zieldefinition wird sich die Lage nicht verbessern. Wer politische Verantwortung trägt, darf sich nicht hinter wohlklingenden Konzepten verstecken. Es braucht Transparenz darüber, welche Maßnahmen wirken – und welche nicht. Nur so können wir gezielt nachsteuern und den Menschen in St. Georg wirklich helfen.
Andreas Grutzeck dazu: „Wir bleiben an diesem Thema dran. Die vielen bisherigen SKAs dürfen nicht folgenlos bleiben. St. Georg braucht jetzt einen Senat, der hinschaut, handelt und Verantwortung übernimmt – für die Betroffenen, für den Stadtteil und für den sozialen Frieden in unserer Stadt.“
