Die CDU-Bürgerschaftsabgeordnete Dr. Kaja Steffens sieht trotz erkennbarer Verbesserungen weiterhin Handlungsbedarf bei der Ausstellung von Geburtsurkunden – insbesondere im Bezirk Altona. Dies geht aus der Antwort des Senats auf ihre Schriftliche Kleine Anfrage hervor (Drs. 23/3894).
Die aktuellen Zahlen verdeutlichen, dass die Bearbeitungszeiten zwischen den Bezirken weiterhin erheblich variieren. Während im März 2026 in Hamburg-Mitte Geburtsurkunden nahezu sofort (0,02 Arbeitstage) ausgestellt wurden, lag die durchschnittliche Bearbeitungszeit in Altona bei 5 Arbeitstagen und damit weiterhin auf einem vergleichsweise hohen Niveau.
Auch die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt zwar eine positive Tendenz, jedoch weiterhin deutlichen Nachholbedarf: Im Jahr 2023 lag die durchschnittliche Bearbeitungszeit in Altona bei 12,67 Arbeitstagen, 2024 bei 6,29 Arbeitstagen und 2025 bei 5,95 Arbeitstagen.
Dr. Kaja Steffens erklärt dazu: „Die Zahlen zeigen: Es bestehen weiterhin erhebliche Unterschiede zwischen den Bezirken. Auch in Altona sind Fortschritte erkennbar, dennoch ist das erreichte Niveau noch nicht zufriedenstellend. Für Familien darf es keinen Unterschied machen, wie schnell eine Geburtsurkunde ausgestellt wird.“
Kritisch bewertet die CDU-Abgeordnete, dass zentrale Steuerungsdaten weiterhin nicht vollständig vorliegen. So konnte der Senat keine Angaben zu den jeweils längsten Bearbeitungszeiten machen und verweist auf einen zu hohen Auswertungsaufwand. Zudem erfolgt die Erfassung der Bearbeitungszeiten lediglich stichprobenartig und manuell. „Wenn selbst grundlegende Daten nicht vollständig vorliegen, fehlt eine verlässliche Grundlage für eine wirksame Steuerung. Das entspricht nicht dem Anspruch an eine moderne und leistungsfähige Verwaltung“, so Dr. Steffens.
Auch bei der personellen Ausstattung bestehen Unterschiede zwischen den Bezirken. Im Bereich der Erstbeurkundung stehen im Bezirk Altona aktuell 4,14 Vollzeitäquivalente zur Verfügung.
Der Senat führt die Unterschiede unter anderem auf Faktoren wie Geburtenzahlen, Krankheitsausfälle und Fluktuation zurück.
Für Dr. Kaja Steffens ist klar: „Die Verfahren sind in Hamburg einheitlich geregelt – die Ergebnisse sind es nicht. Ziel muss es sein, dass zentrale staatliche Leistungen in allen Bezirken zuverlässig und auf vergleichbarem Niveau erbracht werden.“
Aus Sicht der CDU-Abgeordneten ist es daher erforderlich, die Erfassung und Auswertung der Bearbeitungszeiten weiter zu verbessern, verbindliche Zielvorgaben für die Dauer der Bearbeitung zu definieren und die Vergleichbarkeit zwischen den Bezirken zu erhöhen. Gerade für Altona gilt es zu prüfen, wie Abläufe und personelle Ressourcen weiter optimiert werden können. „Geburtsurkunden sind eine grundlegende staatliche Leistung. Hier muss die Verwaltung – auch in Altona – zuverlässig und bürgernah funktionieren“, betont Dr. Steffens abschließend.
