Wie kann Hamburg Obdachlosigkeit endlich wirksamer bekämpfen? Darüber diskutierten Andreas Grutzeck und Dennis Thering im Rathaus mit zahlreichen Vertreterinnen und Vertretern aus Obdachlosenhilfe, Sozialarbeit, medizinischer Versorgung und Ehrenamt.

Die Berichte aus der Praxis zeichnen ein alarmierendes Bild: Den Fachstellen fehlt Personal für Prävention, Hilfsangebote sind überfüllt, Straßensozialarbeit und Einrichtungen nicht ausreichend vernetzt und geeignete Unterbringungsmöglichkeiten fehlen. Nach Angaben des Diakonischen Werks stehen rund 2.000 obdachlose Menschen auf der Warteliste für die öffentlich-rechtliche Unterbringung. 

Besonders drastisch ist die Situation bei der medizinischen Versorgung. Teilnehmer berichteten von Menschen, die nach einer Krankenhausbehandlung mit Katheter oder Fixateur zurück auf die Straße entlassen werden. Gleichzeitig fehlen niedrigschwellige Behandlungsmöglichkeiten – und selbst für schwerkranke und sterbende Obdachlose gibt es kein entsprechendes Hospizangebot. 

Dabei mangelt es nicht an Engagement. Zahlreiche Träger und Ehrenamtliche versuchen, Versorgungslücken aufzufangen. Doch es fehlt an Koordination und Kontinuität. Aus der Runde wurde beklagt, dass selbst Streetwork und Sozialraumläufer Hilfesuchende häufig kaum weitervermitteln können, weil passende Angebote fehlen oder überfüllt sind. Viele Einzelmaßnahmen ersetzen keine funktionierende Gesamtstrategie.