Hamburg hat sich strenge Klimaziele gesetzt. Der kürzlich getroffene Klimaentscheid hat dies noch einmal verschärft: Danach muss Hamburg bereits 2040 klimaneutral sein. Doch viele städtische Fahrzeuge fahren mit fossilem Diesel. Die vom Senat beabsichtigte vollständige Elektrifizierung der Flotten kostet viel Geld und wird Jahre dauern. Mit einem Antrag von Antje Müller-Möller sollte nun erreicht werden, dass städtische Dieselfahrzeuge künftig mit HVO100 betankt werden – einem fossilfreien Diesel. Mit HVO 100 werden 87 Prozent Treibhausgase eingespart. Der Kraftstoff ist nur unwesentlich teuer als fossiler Diesel. Eine Umrüstung der Fahrzeuge ist nicht erforderlich. 

Die Regierungskoalition hat diesen pragmatischen Vorschlag abgelehnt, für die CDU-Fraktion nicht nachvollziehbar. 

So werden beispielsweise 706 der 1126 Busse mit Diesel betrieben. (Stand September 2025). Für den Ersatz dieser Busse durch E-Busse fehlt es an Geld (Ein E-Bus kostet mehr als doppelt so viel wie ein dieselbetriebenes Fahrzeug). Auch andere Fahrzeuge der städtischen Bestandsflotte könnten mit dem klimafreundlichen Diesel betankt werden. Durch die Verwendung von HVO gäbe es Klimaschutz praktisch zum Nulltarif.

Antje Müller-Möller, CDU-Bürgerschaftsabgeordnete, kann die Ablehnung ihres Antrags nicht nachvollziehen:

„Egal wie man zum Klimaentscheid steht. Emissionen müssen dort gesenkt werden, wo es einfach möglich ist. HVO100 ist eine pragmatische Lösung für die Bestandsflotte – ohne lange Wartezeiten und ohne Millioneninvestitionen. Es ist mir unbegreiflich, dass Rot-Grün lieber starr an Elektrifizierung festhält, statt schnell und flexibel zum Klimaschutz beizutragen.“

HVO ist ein flüssiger erneuerbarer Kraftstoff für Dieselfahrzeuge. Die Abkürzung steht für „Hydrotreated Vegetable Oils“, also mit Wasserstoff behandelte Pflanzenöle. Vereinfacht gesagt: Statt Erdöl wird überwiegend Altspeiseöl oder tierisches Fett verwendet. Der Kraftstoff kann in vielen modernen Dieselfahrzeugen ohne Umrüstung getankt werden. Der entscheidende Unterschied zum herkömmlichen Diesel: Laut Bundesverkehrsministerium lassen sich in der Herstellung bis zu 87 Prozent Treibhausgase einsparen. Gleichzeitig verbrennt HVO sauberer und geruchsärmer. Der Preis liegt nur geringfügig über dem von herkömmlichem Diesel.

Für Antje Müller-Möller hat die Verwendung von HVO nur Vorteile:

„Wir können nicht jahrelang auf die vollständige und kostenintensive Elektrifizierung warten und in der Zwischenzeit weiter fossilen Diesel verbrennen. Wer Klimaschutz ernst meint, nutzt verfügbare Technologien jetzt – gerade dann, wenn sie ohne großen Aufwand einsetzbar sind.“Für die CDU ist klar: Klimapolitik muss pragmatisch und darf niemals ideologisch sein. Die Idee zu diesem Antrag entstand im Rahmen einer Veranstaltung des CDU-Ortsverbandes Blankenese. Maßgeblich vorangetrieben wurde sie von Götz Tintelnot – dafür herzlichen Dank. Dieses Beispiel zeigt, wie konkrete Impulse aus der Parteibasis in die parlamentarische Arbeit einfließen und zu pragmatischen Vorschlägen für Hamburgs Klimaschutz w