Das extreme Winterwetter in diesem Jahr hat schonungslos offengelegt, dass Hamburg beim Schutz besonders vulnerabler Menschen nicht ausreichend vorbereitet ist. Bereits 18 wohnungslose Menschen sind seit Anfang des Jahres verstorben.

Zwar wurde das Winternotprogramm an einzelnen Tagen ganztägig geöffnet, doch bei rund 4.000 obdachlosen Menschen in Hamburg stehen lediglich etwa 700 Plätze zur Verfügung. Viele mussten weiterhin in U- und S-Bahnen oder in Bankvorräumen Schutz suchen. Zusätzliche Schlafplätze, erweiterte Tagesaufenthalte oder medizinische Angebote wurden nur sehr begrenzt ausgeweitet.

Für Andreas Grutzeck ist klar: Das darf sich nicht wiederholen. Mit unserem Antrag „Winternotprogramm wirksam weiterentwickeln – Schutz verbessern und Hilfen bei Extremwetterlagen ausweiten“  fordern wir einen verbindlichen Maßnahmenplan für Extremwetterlagen.

Denn Extremwetter bedeutet nicht nur Frost. Auch im Sommer nehmen Hitzewarnungen zu. Gerade für ältere, kranke oder suchtkranke Menschen auf der Straße stellen Hitzeperioden ein ebenso lebensgefährliches Risiko dar wie Minusgrade. Hier braucht es klare, abgestimmte und transparente Kriterien, wann welche Schutzmaßnahmen greifen – statt kurzfristiger Einzelentscheidungen.

Wir fordern unter anderem:

  • eine ganztägige Öffnung des Winternotprogramms bei Extremwetter als Standard,
  • zusätzliche Schutzangebote wie temporäre Unterkünfte oder die Öffnung geeigneter Hallen und Gebäude,
  • eine bessere räumliche Erreichbarkeit der Angebote,
  • erweiterte medizinische Betreuung in den Einrichtungen,
  • sowie eine systematische Auswertung der Bedarfe der Betroffenen.

Extremwetterlagen werden durch den Klimawandel häufiger und intensiver. Hamburg braucht deshalb ein tragfähiges, vorausschauendes Konzept – für Winter wie für Sommer.

Der Senat muss jetzt handeln, damit Schutz nicht vom Zufall oder von Definitionsfragen abhängt, sondern verlässlich organisiert ist.

Hier geht es zum Antrag.