Zukunftsforum 20210506In unserer zweiten Veranstaltung in der Reihe der Zukunftsforen der CDU Altona/Elbvororte haben wir versucht Antworten auf die Fragen zu finden: Was brauchen unsere Kinder und Jugendliche? Wie kann Prävention im Sport- und Freizeitbereich gelingen?

Als Ergebnis unserer Auftaktveranstaltung im Mai haben wir festgehalten, dass es Anlass gibt, sich um das Wohlbefinden unserer Kinder- und Jugendlichen zu sorgen.

Unsere Kinder und Jugendliche von den Smartphones und Computern weg und (zurück) in die Vereine (oder zu anderen organisierten Freizeitangeboten) zu holen, erscheint als essenzieller Beitrag für ihre geistige und körperliche Gesundheit und wird von Fachleuten dringend empfohlen. In der Ausgabe des Spiegels vom 17. April konnte man unter dem Titel „Tickende Zeitbombe“ lesen, dass der Bewegungsmangel die heimliche Seuche ist, unter der Kinder und Jugendliche zunehmend leiden.

Im Ärzteblatt wurde in der April-Ausgabe ein großes Angebot an Freizeitaktivitäten, leicht zugänglich, kostenlos und vor allem ohne Leistungsdruck gefordert, um der dramatischen Zunahme von seelischen Erkrankungen unter Kindern und Jugendlichen und auch von Substanzmissbrauch, vor allem Cannabis, und der sozialen Isolation als größtem Risikofaktor entgegenzuwirken.

Was ist konkret zu tun?

Zukunftsforum 20210506Vorbildhaft geht Blankenese voran. Eberhard Fledel, Vorsitzender von Blankenese Miteinander e. V., stellte seinen im Jahr 2020 gegründeten Verein vor, der als eine Art Dachverband aller Sport- und Freizeitangebote in Blankenese zum Ziel hat, diese zu koordinieren, zu verbessern, Synergien zu nutzen sowie Alkohol- und Drogenfreiheit in deren Umfeld zu gewährleisten. Zugleich bietet der Verein eine einfache Übersicht über die Angebote und vernetzt Schulen, Freizeitanbieter und kirchliche Einrichtungen untereinander. Jugendtreffs sollen entstehen. Kurz: Es geht darum miteinander den ganzen Ort für alle Bewohner lebendig zu machen. Der Verein begreift sich als Unterstützer von Planet Youth.

Planet Youth, das Erfolgsmodel aus Island, setzt u.a. auch auf die Stärkung von organisierten Freizeitangeboten. Das Konzept stellte Evelyn Fyffe-Mathiesen, Botschafterin von Planet Youth dar: Zunächst werden die Wünsche und Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen im Freizeitbereich durch eine an den Schulen durchgeführte anonyme Umfrage ermittelt und anschließend entsprechende, leicht zugängliche Angebote durch professionell ausgebildete Trainer geschaffen.

Teilnehmende Vereine sorgen dafür:

  • Alkohol und Drogen von ihren Angeboten zu entkoppeln (also kein Kasten Bier nach dem Hockeyspiel);
  • dass alle Leistungsstufen vertreten sind - kein Kind oder Jugendlicher soll den Verein wegen mangelnder Leistung verlassen müssen.

Auf diese Weise hat Island für seine Kinder und Jugendlichen Folgendes erreicht:

  • bessere geistige und körperliche Gesundheit,
  • bessere schulische Leistungen,
  • besseres Selbstvertrauen,
  • bessere Ernährung,
  • besserer Schlaf,
  • weniger Konsum von Alkohol und Drogen,
  • weniger Zeit vor dem Bildschirm und weniger Kurzsichtigkeit.

So ist Island zudem im Verhältnis zu seiner geringen Einwohnerzahl besonders erfolgreich im internationalen Sport.

Daria Wolf, Fachbereichsleiterin des Fachamtes für Jugend- und Familienhilfe in Altona, präsentierte die Aktivitäten der Behörde und die OKJA (Offenen Kinder- und Jugendarbeit) – Einrichtungen in Altona/Elbvororte. Deutlich wurde, dass die Jugendhilfeplanung sozialindexbasiert ist, d. h., dass Armut und die Inanspruchnahmen von HZE (Hilfen zur Erziehung) korrelieren. Entsprechend sind auch die Einrichtungen in Gebieten mit geringerem Sozialhilfeindex konzentriert.

Die Ziele der Behörde, von Planet Youth und Blankenese Miteinander e. V. sind im Ergebnis gleich. Wenn alle zusammen ihre Anstrengungen bündeln und sich zusammentun können wir wirklich etwas erreichen für unsere Kinder und Jugendlichen. 

Das Konzept von Planet Youth wird schon in zahlreichen Ländern der Welt angewandt, zuletzt auch in West-Irland. Ist es auch etwas für uns? Dem wollen wir am 10. Juni 2021 um 18.30 Uhr nachgehen. Seien Sie digital dabei und diskutieren Sie mit. (Anmeldungen bitte bis zum 8. Juni 2021 an )

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